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  • Finanzplan: Bedeutung & Abgrenzung

    Der Aufbau einer optimalen Vermögensstruktur basiert auf einer durchdachten Finanzplanung. Unternehmen, Körperschaften, Staaten, Privatpersonen und Investoren legen in Finanzplänen einen Rahmen für ihre finanzwirksamen Entscheidungen fest. Die Basis dafür bilden zeit- und betragsgenaue Bruttoausweise aller Einnahmen und Ausgaben.

    Unternehmensplanung per operativem Finanzplan: Beispiel für erfolgreiche Investitionsplanung

    Die Kapitalbedarfsrechnung ermittelt den Finanzmittelbedarf für bestimmte Zeiträume. Die Aufstellung ermöglicht Aussagen zur Liquidität und Rentabilität. Wechselwirkungen zwischen bisherigen und künftigen Finanzentscheidungen lassen sich dadurch abschätzen. Drei Grundtypen werden unterschieden:

    • der statistische Finanzplan, der ausschließlich Nominalwerte nutzt. Die Zusammenfassung einzelner Zahlungsvorgänge steht in diesem Fall meist im Fokus.
    • der stochastische Finanzplan, der als Sonderform des statistischen Finanzplans statistische Methoden zur Wertermittlung nutzt.
    • der dynamische Finanzplan, der als Sonderform des mehrperiodischen Finanzplans zukünftige und vergangene Werte um bestimmte Zinsfaktoren auf- oder abzinst.

    Alle Formen des Finanzplans stellen Einnahmen und Ausgaben während der jeweiligen Planperiode gegenüber. In Unternehmen steuern und kontrollieren Finanzpläne das gesamte Unternehmensgeschehen, da nahezu alle Unternehmensbereiche von der Finanzplanung abhängen.

    Finanzplan: Definition des Planungsinstruments

    Der Finanzplan legt das Fundament für wirtschaftliche Erfolge. Es handelt sich um einen stufenweisen Detailplan, der etwaige Finanzenscheidungen erfasst und analysiert. Insofern ist das Planungsinstrument für jeden relevant: von Staaten und Privathaushalten bis hin zu Unternehmen. Finanzplanung erfordert eine möglichst zeitpunktgenaue Prognose, was ausgewiesene Zahlungen betrifft.

    Um Liquidität zu gewährleisten, spielt bei der Finanzplanung der zeitliche Abstand zwischen Ausgaben und Einnahmen eine Rolle. Den darauf basierenden Kapitalbedarf ermitteln Sie in Form einer einfachen Auflistung aller Ein- und Auszahlungsarten. Eine zweite Möglichkeit stellt die kumulierte Betrachtung aller Zahlungsströme dar. Letztere Betrachtungsweise lässt Aussagen über den Kapitalbedarf zu einem bestimmten Zeitpunkt zu und verdeutlicht die horizontale Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen. Durch die Berücksichtigung geplanter Zahlungsziele lässt sich hieraus die Höhe eventuell erforderlicher Zwischenfinanzierungen ablesen.

    Indem Sie per Finanzplan eine Kapitalbedarfsplanung und Liquiditätsplanung vornehmen, stellen Sie Ihre Zahlungsfähigkeit sicher. Das Hauptziel aller Finanzpläne ist demzufolge die Planung zukünftiger Investitionen unter dem Erhalt Ihrer Liquidität. Finanzplanung beginnt mit der Analyse des Ist-Zustands. Seltener gehen auch vergangene Ereignisse in die Analyse mit ein. Der Vergleich von Ist- und Soll-Zustand lässt Finanzprognosen zu. Die Planung kommender Einnahmen und Ausgaben basiert auf der Ist-Analyse. Ziele und Ergebnisse der Finanzplanung gehen ins Finanzkonzept ein und prägen unter Berücksichtigung der erwarteten Umsatzentwicklung Ihre individuelle Finanzstrategie.

    Betriebliche Finanzplanung: Unternehmen mit Rentabilität

    Wenn Unternehmen einen Finanzplan erstellen, beginnen sie mit dem sogenannten Umsatzplan. Die Basis dafür sind Absatzzahlen, die mit Stückpreisen bewertet werden. Volumeneffekte und Preiseffekte verändern den Umsatzplan. Im Kostenplan schlüsseln Betriebe die regelmäßig anfallenden Kosten des Geschäftsbetriebs auf. Diese regelmäßigen Ausgaben hängen von der Leistungserstellung ab und stehen dadurch in Bezug zum Umsatzplan. Der dritte Finanzplanungsteil ist der Investitionsplan, der einmalige Investitionen und Folgeinvestitionen innerhalb des Planungszeitraums aufschlüsselt.

    Um die Rentabilität, den Kapitalbedarf und die Liquidität zu ermitteln, werden die absehbareren Gewinne des Unternehmens betrachtet. Der Rentabilitätsplan stellt erwartete Umsätze und Kosten vorausgegangener Pläne gegenüber. Dadurch lässt sich abschätzen, wie rentabel die Geschäfte sind. Im Kapitalbedarfsplan ermitteln Sie alle erforderlichen Finanzmittel zur Realisierung bestimmter Ziele. Schlüsseln Sie im zugehörigen Finanzierungsplan die Art der Quellen auf, aus denen die Gelder stammen. Diese Aufschlüsselung lässt Aussagen über den Kapitalcharakter zu. Neben Eigenkapital gehen Beteiligungen und Fremdkapital in diese Planung ein. Der Liquiditätsplan prognostiziert anschließend die Entwicklung Ihrer Zahlungsfähigkeit.

    Diese Stufen machen private Finanzpläne aus

    Sie profitieren nicht nur von Finanzplänen, wenn Sie ein Unternehmen führen. Auch private Investitionen sollten überdacht sein. Durch strategische Planung und Vermögensstrukturierung vermeiden Sie Defizite im Risikomanagement und erwirtschaften Renditen. Steuerliche Vorteile lassen sich durch private Finanzplanung besser ausschöpfen. Im Fokus der Planung steht Ihre finanzielle Zukunft unter Berücksichtigung Ihres Lebensplans. Folgende Stufen kennzeichnen die private Finanzplanung:

    • der Aufbau kurzfristig verfügbarer Finanzreserven in der Höhe dreier Monatsgehälter. Sie decken durch kurzfristige Finanzmittel Anschaffungen im nächsten Jahr.
    • die Finanzierung mittelfristiger Anschaffungen. Diese Stufe bezieht sich auf die kommenden vier Jahre.
    • die Absicherung der Altersvorsorge, die den langfristigen Finanzbedarf widergibt. Diese Stufe ist fest auf den Ruhestand terminiert und stellt langfristige Sparverträge in den Fokus.
    • die Vermögensaufbau durch die Investition in Finanzprodukte mit hoher Rentabilität.

    Bei kurz- und mittelfristigen Anschaffungen handelt es sich um Verbrauchs- und Konsumgüter. Kapital für die Rentenaufstockung und den Immobilienerwerb sind erst später geplant. Investitionen in Finanzprodukte empfehlen viele Experten nur dann, wenn nach ersten drei Stufen noch ausreichend Kapital zur Verfügung steht.

    Langfristiger Vermögensaufbau durch private Finanzplanung

    Ähnlich dem unternehmerischen Finanzplan erfassen private Finanzpläne Ihren Status quo. Anschließend definieren Sie Ihre Ziele und überprüfen die Realisierbarkeit. Zur Zielerreichung entwickeln Sie bei der Finanzplanung eine ausgefeilte Strategie mit terminierten Handlungsempfehlungen. Komplexe Softwarelösungen ermöglichen die Abwägung unterschiedlicher Wege. Sobald sich Ihre Rahmenbedingungen verändern, passen Sie Ihren Finanzplan an. Oft geht es bei der privaten Finanzplanung nicht um kurzfristige Gewinne, sondern langfristigen Vermögensaufbau. Dies beinhaltet Krisenmanagementstrategien und trägt zur finanziellen Existenzabsicherung bis zum Lebensabend bei.

    Vor jeder Investition wissen Sie mithilfe Ihres Finanzplans, wo Sie stehen und wohin Sie sich bewegen wollen. Die unterschiedlichen Wege zu Ihren Zielen analysieren Sie auf Risiken und Chancen. Darauf basierende Zukunftsszenarien ermöglichen Ihnen bedarfsgerechte Entscheidungen. Neben ganzheitlichen Finanzplänen eignen sich zur privaten Finanzplanung sogenannte Themenpläne. Sie können Ihre Finanzpläne zum Beispiel explizit zur Vorsorgeplanung oder Immobilienfinanzierung nutzen.

    Beispiel Immobilienfinanzierung: Wie Sie einen Finanzplan aufstellen

    Kredite zum Immobilienerwerb laufen oft über 20 oder 30 Jahre. Deshalb prüfen Sie vor der Investition in Wohnobjekte idealerweise, ob Sie die monatlichen Raten etwaiger Kredite auf lange Sicht aufbringen können. Hierzu geht nicht nur eine Bestandsaufnahme Ihres Eigenkapitals in den Finanzplan ein. Aktuelle und künftige Einnahmen sowie Ausgaben sind ebenso wichtige Faktoren. Analysieren Sie vor der Immobilienanschaffung alle Zu- und Abflüsse Ihrer Geldmittel und planen Sie künftige Anschaffungen. Im Einzelnen besteht die Finanzplanung beim Immobilienerwerb aus folgenden Schritten:

    1. Prüfen Sie aktuelle Einnahmen und Ausgaben. Idealerweise halten Sie letztere in einem Haushaltsbuch fest und sortieren die Kostenpunkte in Kategorien.
    2. Planen Sie Ihre Anschaffungen. Stehen in den kommenden Jahren Autokäufe oder ähnliche Aufwendungen an, bilden Sie idealerweise rechtzeitig Rücklagen: so beispielsweise in Form dreier Netto-Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto.
    3. Prüfen Sie Ihre Einsparpotenziale, um Ihren finanziellen Spielraum hinsichtlich der Finanzierung zu erhöhen. Kosten für Versicherungen und Verträge lassen sich oft senken, indem Sie zu günstigeren Anbietern wechseln.
    4. Tilgen Sie Baudarlehen möglichst schnell. Dazu legen Sie bei Bedarf andere Sparverträge still, falls Sie dadurch keine Verluste zu erwarten haben.
    5. Schätzen Sie auf der Basis Ihrer aktuellen Zahlen die Entwicklung Ihrer finanziellen Lage nach einer Immobilieninvestition ab.
    6. Ermitteln Sie Ihre maximale Kreditrate, indem Sie mindestens die monatlichen Einnahmen und Ausgaben des vergangenen Jahres gegenüberstellen. Planen Sie maximal zwei Drittel Ihrer Einnahmen für die Kreditrate ein, um liquide zu bleiben.
    7. Bestimmen Sie die Kreditsumme unter der Berücksichtigung von möglichen Monatsraten und Eigenkapital.
    8. Setzten Sie Ihr Kauflimit. Dazu ziehen Sie von Ihrem Eigenkapital und dem geplanten Kredit Nebenkosten wie die Grunderwerbssteuer, den Grundbucheintrag sowie Notar- und Maklergebühren ab.
    9. Treffen Sie eine Vorauswahl möglicher Immobilien. Überprüfen Sie sei der Besichtigung, ob mit eventuellen Renovierungskosten zu rechnen ist.
    10. Holen Sie von mindestens drei verschiedenen Anbietern Finanzierungsangebote ein. Bei der Entscheidung für ein Angebot achten Sie auf Zinssätze, Rahmenbedingungen, Laufzeiten und Sondertilgungsmöglichkeiten.
    11. Erkundigen Sie sich bei Bankberatern über mögliche Fördermittel, die bei Inanspruchnahme ebenfalls in Ihren Finanzplan eingehen.