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  • Crowdfunding

    Beim Crowdfunding handelt es sich um eine Art der Finanzierung.

    Crowdfunding Definition – Wie funktioniert Crowdfunding?

    Crowdfunding wird in Deutschland auch Gruppen- oder Schwarmfinanzierung genannt. Einzeln übersetzt bedeutet der Begriff „crowd“ „(Menschen-)Menge“, während das englische „funding“ für „Finanzierung“ steht.

    Beim Crowdfunding veröffentlicht jemand, der finanzielle Unterstützung für ein beliebiges Projekt benötigt, online eine Ausschreibung. Daraufhin können Interessenten ihm/ihr Geld zur Verwirklichung seines Vorhabens zur Verfügung stellen. Die Kapitalgeber werden Crowdfunder oder auch Crowd genannt.

    Beim Crowdfunding gilt das „Alles oder Nichts“-Prinzip. Wenn der benötigte Geldbetrag nicht zusammenkommt, müssen auch diejenigen Crowdfunder, die sich bereits zur Verfügung gestellt haben, kein Geld überweisen. Sind genügend Personen bereit, an der Crowdfunding-Kampagne teilzunehmen, erhalten sie vom Kapitalnehmer in den meisten Fällen eine Gegenleistung. Ob der Kapitalnehmer den Kapitalgebern eine Gegenleistung anbietet, hängt von der Art der Crowdfunding-Kampagne ab. Es können vier Arten des Crowdfunding unterschieden werden.

    Reward-based Crowdfunding

    Wenn es um den Begriff Crowdfunding geht, ist in der Regel vom reward-based Crowdfunding die Rede (deutsch: vergütungsbasierte Schwarmfinanzierung). Wenn es bei der Kampagne beispielsweise darum geht, die erste Charge eines neuen Produktes herstellen zu lassen, bekommen die Kapitalgeber als Gegenleistung häufig einen Prototyp des Produktes, bevor das Produkt auf dem freien Markt erhältlich ist. Auch andere Gegenleistungen sind möglich.

    Beispiel

    Das reward-based Crowdfunding ist unter anderem eine beliebte Finanzierungsart für die Produktion von Filmen oder Musik. In diesen Fällen die Kapitalgeber beispielsweise Eintrittskarten zur Kinopremiere eines Spielfilms oder eine kostenlose CD der produzierten Musik.

    Lending-based Crowdfunding

    Das lending-based Crowdfunding ist bei vielen auch als „Crowdlending“ bekannt. Bei dieser Form der Crowdfinanzierung werden die Kapitalgeber für Ihre Beteiligung durch eine finanzielle Gegenleistung in Form von Zinsen belohnt. In der Regel werden den Crowdfundern Zinsen in Höhe von 4 bis 8 Prozent ausgeschüttet. Das lending-based Crowdfunding ist mit einem Darlehen vergleichbar. Es wird in der Regel als Nachrangdarlehen vergeben, d. h. im Falle einer Insolvenz des Kapitalnehmers werden zunächst andere Gläubiger bedient.

    Beispiel

    Das Crowdlending wird als Alternative zu einem Kredit von einer Bank genutzt. Wenn beispielsweise ein Startup-Gründer für seine Geschäftsidee keinen Kredit von der Bank erhält, hat er die Möglichkeit, sich das Geld über das lending-based Crowdfunding privat zu beschaffen. Im Gegenzug zahlt er den Kapitalgebern Zinsen.

    Equity-based Crowdfunding

    Das equity-based Crowdfunding (deutsch: eigenkapitalbasierte Schwarmfinanzierung) ist vor allem als „Crowdinvesting“ bekannt. Auch beim Crowdinvesting bekommen die Kapitalgeber für Ihre Beteiligung eine finanzielle Gegenleistung. Diese wird jedoch nicht in Form von Zinsen ausgeschüttet. Stattdessen erfolgt die Beteiligung in Form eines partiarischen Nachrangdarlehens, d. h. die Kapitalgeber werden an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt und somit ähnlich wie Miteigentümer behandelt. Das Crowdinvesting wird daher auch als „wirtschaftliche“ oder „virtuelle“ Beteiligung bezeichnet.

    Beispiel

    Ein Unternehmensgründer benötigt für ein Projekt 50.000 Euro. Er hat 30.000 Euro Eigenkapital und braucht noch weitere 20.000 Euro. Über eine der verschiedenen Crowdfunding-Plattformen in Deutschland veröffentlicht er eine Kampagne. Die Crowdfunder, die sich zur finanziellen Unterstützung des Projektes zur Verfügung stellen, werden anschließend entsprechend ihres zur bereitgestellten Kapitals an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt.

    Donation-based Crowdfunding

    Beim donation-based Crowdfunding handelt es sich um Spenden. Die Kapitalgeber erwarten keine Gegenleistung, sondern verfolgen mit ihrer finanziellen Beteiligung ausschließlich idealistische Motive.

    Beispiel

    Das donation-based Crowdfunding in Berlin könnte beispielsweise genutzt werden, wenn eine gemeinnützige Berliner Organisation finanzielle Unterstützung für ein Anti-Rassismus-Projekt benötigt.

    Vorteile des Crowdfunding

    Crowdfunding bietet einige Vorteile, sowohl für Kapitalgeber als auch für Kapitalnehmer.

    Zum einen können die Kapitalnehmer vor der Verwirklichung eines Projektes den entsprechenden Markt durch eine Crowdfunding-Kampagne kostenlos testen. Wenn beispielsweise ein Startup-Gründer ein neues Produkt herstellen möchte, kann er durch eine Crowdfunding-Kampagne schon vor Beginn der Produktion herausfinden, wie viele Menschen seine Geschäftsidee für gut befinden und sogar dazu bereit sind, das Vorhaben finanziell zu unterstützen. Gleichzeitig kann eine Crowdfunding-Kampagne Marketingzwecken dienen, da hierdurch eine starke Community von Personen entsteht, die hinter dem Vorhaben stehen. Wer über eine Crowdfunding-Kampagne Kapitalgeber findet, hat zugleich potentielle Kunden gefunden, denen besondere Angebote unterbreitet werden können.

    Für Kapitalgeber hat die Teilnahme an einer Crowdfunding-Kampagne den Vorteil, dass nur ein geringer Kapitaleinsatz notwendig ist. So können Kapital und Risiko gestreut werden. Des Weiteren haben Crowdfunding-Kampagnen in der Regel relativ kurze Laufzeiten von 1 bis 3 Jahren. Die Kapitalgeber müssen keine Entscheidungen für allzu lange Zeit im Voraus treffen. Ferner sind Crowdfunding-Kampagnen häufig transparenter als beispielsweise Fonds. Die Kapitalgeber wissen genau, in welches Projekt bzw. in welche Immobilie oder in welches Startup sie investieren bzw. welches konkrete Projekt unterstützt wird.

    Nachteile des Crowdfunding

    Neben den zahlreichen Vorteilen, bringt das Crowdfunding auch einige Nachteile gegenüber anderen Anlagemöglichkeiten mit. Wer sich an einer Crowdfunding-Kampagne beteiligt, erhält kein Mitspracherecht. Bei anderen Investments kann dieses Recht hingegen eingeräumt werden. Zudem kann die Beteiligung an einer Crowdfunding-Kampagne nur gekündigt werden, wenn eine der beiden Vertragsparteien vom außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch macht. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass es sich beim Crowdfunding um nachrangige Darlehen handelt. Das heißt, im Falle einer Insolvenz des Kapitalnehmers erhalten zunächst alle anderen Gläubiger ihren Anteil am entsprechenden Vermögen, bevor die Crowd bedient wird.